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ECEGEN

Die Rolle genetischer Analysen bei der Prävention chronischer Erkrankungen

Aktuelles
Prof. Dr. Zeynep Ocak in ihrem Büro im ECEGEN-Zentrum
Prof. Dr. Zeynep Ocak im ECEGEN-Zentrum für die Beurteilung genetischer Erkrankungen. Foto: institutionelles Archiv von ECEGEN.

Prof. Dr. Zeynep Ocak, Fachärztin für Humangenetik sowie Gründerin und Leiterin von ECEGEN, betonte, dass die genetische Profilierung den Behandlungserfolg bei chronischen Erkrankungen unmittelbar beeinflusst, und wies darauf hin, dass die Identifizierung genetischer Marker entscheidende Vorteile für Früherkennung, engmaschige klinische Überwachung und rechtzeitige Interventionen bietet.

Prof. Dr. Ocak hob hervor, dass umfassende genetische Analysen eine wissenschaftlich fundierte Vorhersage des langfristigen Gesundheitsverlaufs ermöglichen, und wies darauf hin, dass DNA-Profiling heute nicht nur erbliche Störungen aufdeckt, sondern auch, wie der Körper Medikamente verstoffwechselt, welche Therapien am wirksamsten sind und welche zukünftigen Gesundheitsrisiken frühzeitig erkennbar sind.

Personalisierte Medizin durch Pharmakogenetik

Prof. Dr. Ocak erläuterte, dass die Pharmakogenetik es ermöglicht, den wirksamsten Wirkstoff und die exakte, auf das individuelle genetische Profil abgestimmte Dosierung zu bestimmen:

„Während manche Personen auf gängige Antidepressiva oder Medikamente gegen chronische Erkrankungen überhaupt nicht ansprechen, erleiden andere unerwartete Nebenwirkungen. Die eigentliche Ursache liegt in unseren genetischen Variationen. Die Ära der einheitlichen Behandlung für alle weicht zunehmend einer personalisierten Medizin, die sich an der individuellen genetischen Landkarte des Patienten orientiert.“

Die Rolle der genetischen Veranlagung in der Präventivmedizin

Mit dem Hinweis darauf, dass Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, Migräne und Herz-Kreislauf-Erkrankungen multifaktoriell bedingt sind, betonte Prof. Dr. Ocak, dass die frühzeitige Identifizierung einer genetischen Veranlagung für die Präventivmedizin von größter Bedeutung ist:

„Wird eine genetische Veranlagung vor dem klinischen Auftreten der Erkrankung erkannt, können Betroffene durch gezielte Ernährung, angepasste Bewegungsprogramme, Stressmanagement und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen gezielte Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Die korrekte Interpretation genetischer Informationen ist nicht nur für die Krankheitsbewältigung unverzichtbar, sondern auch für den Erhalt langfristiger Vitalität.“

Kardiovaskuläre Risiken und neurologische Marker

Ocak erläuterte, dass Gentests erbliche Risiken für Thrombophilie (Neigung zu Blutgerinnseln), gestörten Lipidstoffwechsel und Herzmuskelschwäche auf molekularer Ebene aufklären und gleichzeitig komplexe neurologische Erkrankungen wie Alzheimer und Chorea Huntington adressieren.

Obwohl Lebensstilinterventionen neurologische Krankheitsrisiken nicht vollständig beseitigen können, betonte sie, dass die Identifizierung genetischer Marker ein unschätzbares Zeitfenster für Früherkennung, spezialisierte Überwachung und rechtzeitige klinische Intervention eröffnet.

Personalisierte Ernährung, Vitaminstoffwechsel und Hautvitalität

Prof. Dr. Zeynep Ocak wiederholte, dass unterschiedliche Reaktionen auf identische Ernährungs- oder Bewegungspläne auf die genetische Individualität zurückzuführen sind, und erläuterte, dass Gene den Energieverbrauch, die Fettspeicherung, die Muskelzusammensetzung und den Vitaminstoffwechsel steuern:

„Genetische Profile zeigen deutlich, wie eine Person auf bestimmte Lebensmittelgruppen reagiert, wie empfindlich sie gegenüber Koffein oder Laktose ist und wie ausgeprägt ihre antioxidative Abwehrkapazität ist. Kollagensynthese, Sonnenempfindlichkeit und Hautgesundheit werden allesamt durch feinste DNA-Variationen geprägt. Das Verständnis dieser Feinheiten schafft eine präzise, wissenschaftliche Grundlage für eine vorausschauende Gesundheitsplanung.“
Quellen: Anadolu Agency — Primärbericht · CNN TÜRK — Zweitveröffentlichung (Zugriff geprüft: 27. August 2026).